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Aus der Welt der feministischen SF&F
In dieser Rubrik werden Nachrichten "aus
der Welt der feministischen SF" verbreitet. In der Regel sind das Nachrichten
über Werke und AutorInnen, die auf dieser Website gelistet sind.
Die Rubrik ist kein Nachrichtendienst für SF im allgemeinen.
Gute Anlaufstellen für Nachrichten aus der SF-Szene sind z.B. die
Website SF-Fan.de
von Florian Breitsameter oder Locus Online.
Schlagzeilen
Entwicklungen auf dem deutschen Buchmarkt: Februar 2003


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Die Romane von
Chelsea Quinn Yarbro um den aristokratischen Vampir Saint-German werden
in den USA seit Jahrzehnten mit Begeisterung gelesen. Nun ist der erste Band,
Hotel Transylvania, im Festa-Verlag erstmals auf Deutsch erschienen. Saint-German
ist einer jener Vampire, deren Biss nicht unbedingt schädlich oder gar
tödlich für ihr Opfer ist (s.
Verfügbare Bücher Hotel Transylvania).
Im Rahmen der neuen Fantasy-Reihe bei Piper, die von Friedel Wahren betreut
ist, ist die deutsche Ausgabe von
Mockingbird von
Sean Stewart unter dem Titel Hexensturm für April angekündigt.
Mockingbird wird als üppige, humorvolle Geschichte über Mütter,
Töchter und Schwestern beschrieben, als originelle Fantasy, die an magischen
Realismus grenzt. Der Roman erzählt die Geschichte von Toni, die in
einem heutigen Houston nach dem Tod ihrer Mutter entdecken muss, dass sie
doch deren magische Fähigkeiten geerbt hat, die sie aber nicht kontrollieren
kann (s.
Verfügbare Bücher Hexensturm). Von Sean Stewart sind bisher
auf Deutsch die Romane Die Nachtwache, Der schwarze Dolch
und Schwester des Sturms erschienen, alle im Argument-Verlag.
Noch für diesen Monat hat der Aufbau-Verlag die Neuausgabe des dritten
Teils der Sternwieser-Trilogie von
Barbara Frischmuth angekündigt.
Kai und die Liebe zu den Modellen setzt die Geschichte der ehemaligen
Fee Amaryllis Sternwieser fort, fünf Jahre nachdem sie ein Kind, Kai,
bekam (s.
Verfügbare Bücher Kai und die Liebe zu den Modellen).
Weitere Neuerscheinungen betreffen Taschenbuch- oder Sonderausgaben bereits
verfügbarer Werke.
Das Erbe des Zauberers von
Terry Pratchett ist nun auch in einem Omnibus namens Die Magie der
Scheibenwelt erhältlich, der auch die Romane Die Farben der Magie
und Das Licht der Phantasie enthält (s.
Verfügbare Bücher Das Erbe des Zauberers). Von
Geisterland von
Sara Paretsky gibt es nun eine weitere Taschenbuchausgabe (Serie Piper
6048) (s.
Verfügbare Bücher Geisterland). Die Taschenbuchausgaben von
Herzlos von
Stella Duffy (Serie Piper 3791) ist für Mai angekündigt (s.
Verfügbare
Bücher Herzlos), die von
Das Echo meiner Schritte von
Judy Budnitz (Diana-Taschenbücher 361, Heyne) für August angekündigt
(s.
Verfügbare Bücher Das Echo meiner Schritte).
Orlando von
Virginia Woolf kann man sich nun auch vorlesen lassen. Der DHV Hörverlag
hat eine vollständige Lesung auf acht Audio-CDs herausgebracht (s.
Verfügbare Bücher Orlando).
Es gibt aber auch einen bedauerlichen Abgang: die Anthologie
Female Science Faction mit den Erzählungen, die mit dem Lise-Meitner-Literaturpreis
ausgezeichnet wurden, ist leider vergriffen.
Q: KNO&KV-Verlag (11.2.2003)
SFWA ernennt Katherine MacLean zum "Author Emeritus"
Katherine MacLean (geb. 1925) wurde von der Science Fiction and Fantasy Writers
of America Association (SFWA) zur "SFWA Author Emeritus" ernannt.
MacLean war eine der ersten SF-Autorinnen. 1949 erschien ihre erste
Erzählung ("Defense Mechanism") in Astounding Science Fiction. Die
Encyclopdia of Science Fiction sagt über MacLean, dass ihre Geschichten
i.w. zur naturwissenschaftliche orientierten "harten SF" gehören. Sie war eine der SF-VorreiterInnen, die
versuchten, die Methoden der Naturwissenschaften auf die sozialen oder weichen
Wissenschaften anzuwenden.
MacLeans Erzählung "The Missing Man" wurde 1971 mit dem Nebula Award
ausgezeichnet (dts. "Der verschwundene Mann" 1981). Ihre Kurzgeschichten erschienen in den Sammelbänden
The Diploids (1962) und The Trouble with You Earth People (1980).
Sie veröffentlichte die Romane Cosmic Checkmate (1958) (dts. Schach für die Erde 1968), Missing
Man (1975) (dts. Der Esper und die Stadt 1982) und Dark Wing (1979).
SFWA hat mit dem "Author Emeritus"-Programm 1995 begonnen. Mit dem Programm
sollen verdiente AutorInnen gewürdigt werden, die bedeutende Beiträge
auf dem Gebiet der Sciencefiction und Fantasy gemacht haben. Bisher wurden
Emil Petaja, Wilson "Bob" Tucker, Judith Merril, Nelson S. Bond, Philip Klass (William Tenn), Daniel Keyes
und Robert Sheckley als "Author Emeritus" ausgezeichnet.
Q: SFWA News 31.1.2003 (5.2.2003)
Virginia Kidd gestorben
Nach langer Krankheit starb Virginia Kidd am 11. Januar im Schlaf. Sie war
81 Jahre alt.
Virginia Kidd, geboren 1921 in Philadelphia, war eine erfolgreiche freie
Schriftstellerin, Ghostwriterin, Herausgeberin und Literaturagentin. Von
Kidd erschienen die ersten Erzählungen in den sechziger Jahren, insgesamt
hat sie jedoch vor allem Gedichte veröffentlicht. Ihren größten
Einfluss hatte sie als Literaturagentin (sie war die erste Literaturagentin im Bereich der SF). 1965 gründete sie die Virginia Kidd Literary
Agency und repräsentierte in den nächsten Jahrzehnten so wichtige
und erfolgreiche AutorInnen wie Ursula K. Le Guin,
Anne McCaffrey, Gene Wolfe, R. A. Lafferty, Alan Dean Foster,
Carol Emshwiller,
Josephine Saxton und
James Tiptree Jr.
Daneben gab sie mehrere wegweisende Anthologien heraus: Millennial Women
(1978), Interfaces (1980) und Edges (1980) (die beiden letzteren
zusammen mit Ursula Le Guin).
Virginia Kidd 1988:
"What I was doing is what I was born for: to be an agent and
a good enough writer to search out those who can write better than I can
- and to help some of them make careers, money, reputations. ... Being an
agent is my life and my joy. It is not a career I could urge on anyone else
because it is very hard work. ... But, oh, is it ever fun!"
Zusammen mit
Judith Merril, mit der sie eng befreundet war und zeitweilig (1945) zusammenwohnte,
gehörte Kidd zu den Futurians, einer New Yorker SF-Fangruppe,
die von 1938 bis 1945 bestand und sich durch radikale politische Ansichten
auszeichnete. Weitere Mitglieder der Futurians waren Isaac Asimov, James
Blish, C. M. Kornbluth und Frederick Pohl.
Kidd war zwei Mal verheiratet, zuerst mit Jack Emden, einem Opernsänger
(1943- 1947), und von 1947 bis 1963 mit dem bekannten SF-Autor James Blish.
Sie hatte vier Kinder, von denen zwei (Sohn Asa Blish und Tochter Karen Anne
Emden) bereits vor ihr verstorben sind.
Weitere Informationen: ISFDB Bibliographie zu Virginia Kidd
Q: SFWA Obituary 16.1.2003, Locus Online
13.1.2003,
Clute, Nicholls (Hrsg.) (1995),
Merril, Pohl-Weary (2002) (18.1.2003)
Schlagzeilen
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