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Blaubarts Zimmer
von Angela Carter
Erstveröffentlichung: 1979 (Gollancz); Originaltitel: The Bloody Chamber; Sprache: Englisch (Großbritannien) ;
Übersetzung: Sybil Gräfin Schönfeld, Gudula Lorenz; Deutsche Erstveröffentlichung: 1982 (Rowohlt Verlag, Reinbek)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine
Kurzbeschreibung:
Inhalt:
- Blaubarts Zimmer (The Bloody Chamber) (nvt) (*)
- Mr. Lyons Werbung (The Courtship of Mr. Lyon) (kz) (1979)
- Die Braut des Tigers (The Tiger's Bride) (kz) (*)
- Gestiefelter Kater (Puss-in-Boots) (kz) (1979)
- Der Erlkönig (The Erl-King) (kz) (1977, überarbeitet)
- Das Schneekind (The Snow Child) (vi) (*)
- Die Dame aus dem Haus der Liebe (The Lady of the House of Love) (kz) (1975, überarbeitet)
- Der Werwolf (The Werewolf) (vi) (1977, überarbeitet)
- Die Gesellschaft der Wölfe (The Company of Wolves) (kz) (1977, überarbeitet)
- Wolfs-Alice (Wolf-Alice) (kz) (1978, überarbeitet)
Kategorien: Märchen,
Neuinterpretation eines Märchens
Kommentare, Besprechungen, u.ä.:
- Neil Jordan drehte 1984 den Film Zeit der Wölfe (O-Titel: The Company of Wolves, GB 1984), der auf dieser Erzählsammlung beruht. Angela Carter war Co-Autorin des Drehbuchs.
- New York Times 17.2.1980 (Besprechung von Alan Friedman) (Zugang erst nach (kostenloser) Registrierung möglich)
- Sonia Mikich (1985) Kein Wolf nirgendwo. Emma Nr. 5/1985. S. 20 (über den Film Zeit der Wölfe)
- Kurzbesprechung des Films Die Zeit
der Wölfe von Olaf Rappold in Science Fiction Media Nr. 11/1985
(S. 12). Zitat: "Jordans Film ist eine einzigartige Ansammlung von Märchendetails,
winzige oft nur sekundenlange Szenen, die völlig ohne Zusammenhang
eingestreut sind, erinnern immer daran, daß hier jemand träumt.
Da ist das Ende eines Regenbogens zu sehen, da schlägt plötzlich
der Nerz, den die Großmutter trägt, die Augen auf und faucht
eine Schlange an, da finden sich in Storcheneiern winzige Steinfiguren,
die aber dennoch weinen können, und vieles mehr. Der Film it eine
faszinierende Entdeckungsreise ins Unterbewußte. Unbedingt ansehen!"
- Besprechung von Gerlinde Neulen in Franz
Rottensteiner, Michael Koseler (Hrsg.) (1989-1997) Werkführer durch
die utopisch-phantastische Literatur. Loseblattsammlung. Corian, Meitingen,
Grundwerk Februar 1989. Zitate:
"Im Märchen vom modernen Blaubart legt
Carter die dieser Geschichte zugrunde liegenden sexistischen Strukturen
frei. Der Zusammenhang Geld-Sex, Hochzeit-Prostitution wird offengelegt,
und das pornographische Modell der Unschuld, die sich nach Mißbrauch
ihrer Person als Sexualobjekt sehnt und somit in Konfrontation mit dem
Ehemann ihre Verworfenheit zu erkennen glaubt - was ihr von diesem auch
suggeriert wird -, ist sorgfältig ausgearbeitet. [...] Neu ist die
Einführung der tolldreisten Übermutter, die ihre Tochter am Schluß
aus dem Alptraum rettet. Die Rollenverteilung wird durch diese Figur gesprengt,
die Solidarität der Frauen zerschlägt die Gewalt des Mannes und
des Geldes."
"In diesem Sammelband erzählt Angela
Carter Märchen von Charles Perrault neu. Sie behält die Märchenform
und die traditionellen Motive bei, verquickt letztere jedoch dergestalt
miteinander, daß die Akzente verschoben werden. Besonders sexuelle
Sinngehalte werden herausgearbeitet und so uminterpretiert, daß die
altbekannten Geschichten neue, verblüffende Wendungen und überraschende
Pointen erhalten.
Die Form des Erzählens nähert
sich so der Gattung des Kunstmärchens an und schöpft aus der
Tradition der 'gothic tale' im Stil E. A. Poes. Motive verschiedener Märchen
werden zum Teil zu neuen Geschichten kombiniert, die weiterhin mit Symbolen
aus dem reichen Bilderschatz der Autorin sowie dominanten, immer wieder
auftauchenden Figuren ihres bizarren erzählerischen Panoptikums bereichert
werden. Carter überschreitet die traditionellen Grenzen der Folklore
und verleiht den bekannten Märchengestalten zusätzliche Dimensionen.
Auf diese Weise entstehen unheimliche Welten und phantastische Kombinationen,
die ebenso wie die traditionellen Volksmärchen eine Botschaft enthalten,
die jedoch von der herkömmlichen Lesart abweicht. Durch ihre besondere
Art und Weise, die Motive zu erhellen und zu verbinden, legt die Autorin
bestimmte Interpretationsebenen frei, die kritische, makabre und komisch-ironische
Schlaglichter auf die traditionellen Rollenmuster werfen, welche auch sozial-
und kulturpsychologisch zu erklären sind."
- Bibliotheka Phantastika (deutsch)
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