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Erzählungen G

The Gauze Banner

Novellette, geschrieben von Eleanor Arnason

Erstveröffentlichung: 1998; Originaltitel: The Gauze Banner; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

Kategorien:

Kurzbeschreibung:

Preise und Empfehlungslisten:

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

Titelbild: Charlotte Perkins Gilman (2005) Die gelbe Tapete. edition selene, Wien

Die gelbe Tapete

Kurzgeschichte, geschrieben von Charlotte Perkins Gilman (veröffentlicht unter dem Namen Charlotte Perkins Stetson)

Erstveröffentlichung: 1892; Originaltitel: The Yellow Wallpaper; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: 1. Gerlinde Kowitzke (Frauenoffensive), 2. Karl H. Schulz (Ullstein, Heyne), 3. Ursula-Maria Mößner (Suhrkamp); 4. Ruth Sander (Bastei-Lübbe); 5. Alfred Goubran (edition selene); Deutsche Erstveröffentlichung: 1978 (Frauenoffensive, München)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuelle

Kategorien: Geistergeschichte, psychische Krankheit

Kurzbeschreibung: (nach [Carpenter, Kolmar, 1998])
Eine Frau, die unter einer nervösen Depression leidet, sieht eine andere Frau hinter der Tapete ihres Zimmers und versucht ihr zu helfen, zu entkommen.

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • Online-Versionen:
  • Charlotte Perkins Gilman (1913) Why I Wrote The Yellow Wallpaper. Zuerst veröffentlicht in The Forerunner (alternativer Standort)
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Robin Roberts (1995) The Yellow Wallpaper - Journey into Insanity. Critical Essay
  • The "Yellow Wallpaper" Site
  • Neuer Link 15.04.2007
  • American Literature Research and Analysis Web Site, zusammengestellt von Studierenden der Florida Gulf Coast University unter Leitung von Dr. Jim Wohlpart (Essays)
  • Literature, Arts and Medicine Database (Anmerkungen von Felice Aul)
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Literature, Arts and Medicine Database (Anmerkungen von Jack Coulehan)
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • The Yellow Wallpaper Homepage über einen auf der Geschichte basierenden Film
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Bettina Plesch (1995) Charlotte Perkins Gilman - The Yellow Wallpaper (1892). In: Bettina Plesch: Die Heldin als Verrückte : Frauen und Wahnsinn im englischsprachigen Roman von der Gothic Novel bis zur Gegenwart. Frauen in der Literaturgeschichte 4, Centaurus, Pfaffenweiler. S. 302-325, Zitat:
    "Die Leistung von Gilmans namenloser Protagonistin besteht in der Erkenntnis ihrer Lage und in der Einsicht, daß diese symptomatisch für fast alle Frauen in einer rigiden patriarchalen Gesellschaft ist. Die Unterscheidung, die sie trifft zwischen oberem und unterem Muster der Tapete, entspricht der Differenz zwischen sogenannten universalen, via Konvention akzeptierten Regeln, Verhaltensweisen und Bedeutungen einer Gesellschaft und denen der innerhalb dieser Gesellschaft lebenden, aber stumm gehaltenen Gruppe - der Frauen.
    Im Sinn von Gilbert und Gubar ist The Yellow Wallpaper die Geschichte der schreibenden Frauen, der Befreiungsversuch aus beengenden Strukturen durch das wahnsinnige Double, das dennoch durch Scheitern bestraft wird. Ihr "Heldinnentum" besteht in ihrem Willen, um ihre persönliche Unabhängigkeit, um ihre Vision von sich selbst als Autorin zu kämpfen. [...]
    Wahnsinn und Erkenntnis schließen sich nicht aus - nur nützt die Erkenntnis einer Wahnsinnigen wenig, weil niemand sie ernst nimmt. Verrückt zu sein und eine Frau zu sein, bedeutet doppelt ausgeschlossen zu sein. Als Wahnsinnige steht die Erzählerin außerhalb der Konvention der Mehrheit, und das heißt, daß sie unerreichbar ist und ihre Einsichten unvermittelbar - und dies letztlich auch für Menschen, die sich um mehr Verständnis bemühen als ihr Arzt und Ehemann John. Wahnsinn ist in diesem Sinn Kapitulation vor der Welt; der Erzählerin droht dasselbe Schicksal wie Lady Audley - Irrenhaus bis ans Ende ihrer Tage [...] The Yellow Wallpaper zeigt die Möglichkeiten und die Grenzen psychischer Kompensation. Die Rebellion der Erzählerin hat keine Wirkung, denn sie richtet sich weder konsequent gegen John noch gegen die Gesellschaft. Opfer des Angriffs ist lediglich die Tapete, die zum Teil ja Identifikationsobjekt für die Erzählerin ist. Der Akt der Selbstbefreiung ist auch ein Akt der Selbstzerstörung."
  • F. Brett Cox (1999) A Monument of Feminist Horror. Besprechung des Buches Julie Bates Dock (Hrsg.): Charlotte Perkins Gilman’s "The Yellow Wall-paper" and the History of Its Publication and Reception: A Critical Edition and Documentary Casebook in Science Fiction Studies 26 (1999) 77. Online wiedergegeben auf Science Fiction Studies-Website
  • Yvonne Roth (2000) Gilman, Charlotte [Anna] Perkins. In: Bernd Engler, Kurt Müller (Hrsg.) Metzler Lexikon amerikanischer Autoren. Metzler, Stuttgart. S. 276-278. Zitat:
    "Sie solle ein möglichst häsliches Leben führen, mehr als zwei Stunden geistige Arbeit am Tag strikt vermeiden und fortan niemals mehr einen Füller, Pinsel oder Bleistift berühren. Diese ärztlichen Anweisungen sollten die damals in erster Ehe verheiratete Charlotte Perkins Stetson vor weiteren schweren Depressionen bewahren. Zu deren Behandlung hatte sie sich nach der Geburt ihrer Tochter 1886 einer 'rest cure'-Therapie unterzogen, die das Motiv für G.s berühmteste Kurzgeschichte, 'The Yellow Wallpaper' [...] werden sollte. Der Text präsentiert als Effekt einer solchen Therapie nicht die Heilung, sondern - im Gegenteil - den völligen psychischen Zusammenbruch. Wie G. selbst, sieht sich auch die Protagonistin der Geschichte nicht länger in der Lage, ihren Aufgaben als Mutter und Ehefrau nachzukommen, wird depressiv und muß sich einer von der Therapie vorgeschriebenen völligen Ruhestellung und strengen Isolation von der Außenwelt unterwerfen. Sie entflieht dieser als unerträglich empfundenen Passivität jedoch, indem sie die Wahnvorstellung entwickelt, daß in dem Muster der Tapete ihres Krankenzimmers eine Frau gefangen sei. Diese wird sukzessive zu ihrem alter ego, und die Befreiung dieser anderen Frau - und damit letztlich auch ihrer selbst - wird zum alleinbestimmenden Antrieb ihrer Existenz. G. stellt in dieser Kurzgeschichte die zweifellos düstere Diagnose, daß die einzig mögliche Befreiung für eine Frau, die sich in den vorgefundenen Gesellschaftsstrukturen nicht zurechtfindet, die Flucht in den Wahnsinn ist. G. verdeutlicht, daß diese Ausweglosigkeit solange fortbestehen wird, wie sowohl Medizin als auch die Gesellschaft auf repressiven und autoritären Strukturen beruhen, die darauf ausgerichtet sind, weibliche Selbstbestimmung und Handlungsfähigkeit zu beschränken."
  • The Book Barn (Besprechung von "The Rev")
  • Neuer Link 15.04.2007

Die Genius Freaks

Kurzgeschichte, geschrieben von Vonda McIntyre

Erstveröffentlichung: 1973; Originaltitel: The Genius Freaks; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: Rainer Schmidt; Deutsche Erstveröffentlichung: 1981 (In: Vonda N. McIntyre: Feuerflut. Moewig Science Fiction 3551, Moewig)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

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The Genius Freaks (s. Die Genius Freaks)

Das Gestell

?, geschrieben von Christa Nebenführ

Erstveröffentlichung: 2001 (In: El Awadalla, Helga Gartner, Barbara Neuwirth, Angelika Volst (Hrsg.) Female Science Faction. Promedia, Wien. S. 102-108); Sprache: Deutsch (Österreich)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

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The Ghastly Pond

Kurzgeschichte, geschrieben von Jessica Amanda Salmonson

Erstveröffentlichung: 1983; Originaltitel: The Ghastly Pond; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

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The Ghost

Kurzgeschichte, geschrieben von Anne Sexton

Erstveröffentlichung: 1978; Originaltitel: The Ghost; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

Kategorien: Geistergeschichte

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The Ghost Girls of Rumney Mill

Kurzgeschichte, geschrieben von Sandra McDonald

Erstveröffentlichung: 2003 (Realms Of Fantasy August 2003); Originaltitel: The Ghost Girls of Rumney Mill; Sprache: Englisch (); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

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Kurzbeschreibung: (aus Tangent Online)
In einer Geisterstadt, gibt es getrennte Geister-Jungen- und -Mädchengruppen. Die Jungen gehen in der Farbfabrik um, die Mädchen in der Mühle. Diese von den Kindern selbst aufrecht erhaltene Trennung wird in Frage gestellt, als der Junge Matthew auftaucht, der darauf besteht, dass er ein Mädchen ist und deshalb ein blaues Kleid trägt.

Preise und Empfehlungslisten:

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A Ghost Story

Kurzgeschichte, geschrieben von Ada Trevanion

Erstveröffentlichung: 1858; Originaltitel: A Ghost Story; Sprache: Englisch; Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

Kategorien: Geistergeschichte

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The Girl Who Was Plugged In (s. Das ein- und ausgeschaltete Mädchen)

The Glass Bottle Trick

?, geschrieben von Nalo Hopkinson

Erstveröffentlichung: 2000; Originaltitel: The Glass Bottle Trick; Sprache: Englisch (Kanada); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

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  • Victoria Hoyle (2007) The James Tiptree Award Anthology 3. Strange Horizon 12.2.2007 (behandelt die in der Anthologie enthaltene Erzählung 'The Glass Bottle Trick' ausführlicher)
  • Neuer Link 25.02.2007

Gnade für eine Eingeschlossene

Novellette, geschrieben von Suzette Haden Elgin

Erstveröffentlichung: 1969; Originaltitel: For the Sake of Grace; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: Rudolf Mühlstrasser; Deutsche Erstveröffentlichung: 1974 (In: Walter Spiegl (Hrsg.) Science-Fiction-Stories 36. Ullstein 2000 3046, Ullstein, Frankfurt am Main)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Kategorien: Sciencefiction, begabtes Mädchen in einer patriarchalen Gesellschaft, Geschlechtertrennung

Kurzbeschreibung:

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Die Goldfliegen-Lösung (weitere deutsche Titel: "Schmeißfliegen", "Operation Goldfingerfliege")

Kurzgeschichte, geschrieben von James Tiptree Jr.

Erstveröffentlichung: 1977; Originaltitel: The Screwfly Solution; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: Jürgen Langowski (Heyne); Deutsche Erstveröffentlichung: 1983 (Schmeißfliegen. In: Werner Fuchs (Hrsg.) Straße der Schlangen. Knaur Science Fiction 5761, Droemer Knaur)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Kategorien: inhärente männliche Aggressivität, Frau als das Andere

Kurzbeschreibung:

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  • Online verfügbar bei Sci Fiction (englisch)
  • Anne Koenen (1986) "Männer - die übelsten Primaten der Erde" - Die Kurzgeschichten von James Tiptree jr.. In: Barbara Holland-Cunz (Hrsg.) Feministische Utopien - Aufbruch in die postpatriarchale Gesellschaft. Edition Futurum 9, Corian, Meitingen. S. 177-188.
    Zitat (s. 185-186): "Sexualität des Mannes drückt sich in Aggression aus, am konsequentesten von Tiptree dargestellt in "The Screwfly Solution" [...]
    Tiptree hinterfragt hier die Passivität der Frauen, ihr Abfinden mit der Wehrlosigkeit, ihre Vereinzelung, das Fehlen kollektiver Gegenwehr [...]
    Aber selbst in ihrem Untergang läßt Tiptree die Frauen noch über die Männer triumphieren: während die Männer blind ihrem Untergang zusteuern, begreift die letzte Frau die Zusammenhänge, erkennt den Grund für die Vernichtung - allerdings zu spät."
  • Asking the Wrong Questions 10.12.2006 (Blog von Abigail Nussbaum)
  • Neuer Link 02.01.2007
  • Strange Horizons (Besprechung der Sammlung Her Smoke Rose Up Forever durch Adam Roberts, u.a. mit Kommentaren zu 'The Screwfly Solution')
  • Neuer Link 02.01.2007

The Green Woman

Kurzgeschichte, geschrieben von Meghan B. Collins

Erstveröffentlichung: 1982; Originaltitel: The Green Woman; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

Kategorien: Märchen

Kurzbeschreibung:

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Die Grenze

Kurzgeschichte, geschrieben von Bärbel Gudelius

Erstveröffentlichung: 1986 (In: Barbara Holland-Cunz (Hrsg.) Feministische Utopien - Aufbruch in die postpatriarchale Gesellschaft. Edition Futurum 9, Corian, Meitingen. S. 43-59); Sprache: Deutsch; Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Kategorien: Utopie

Kurzbeschreibung:

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Grownups

Kurzroman, geschrieben von Ian MacLeod

Erstveröffentlichung: 1992; Originaltitel: Grownups; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: /; Deutsche Erstveröffentlichung: /

Kategorien:

Kurzbeschreibung:

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Gute Botschaft der Valeska in 73 Strophen

Novellette, geschrieben von Irmtraud Morgner

Erstveröffentlichung: 1980 (In: Sarah Kirsch, Irmtraud Morgner, Christa Wolf: Geschlechtertausch - Drei Geschichten über die Umwandlung der Verhältnisse. Sammlung Luchterhand 315, Luchterhand, Frankfurt am Main. S. 25-63); Sprache: Deutsch (DDR); Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Kategorien: Geschlechtswechsel (individuell und einmalig)

Kurzbeschreibung:

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • Wolfgang Emmerich (1980) Nachwort. In: Sarah Kirsch, Irmtraud Morgner, Christa Wolf: Geschlechtertausch - Drei Geschichten über die Umwandlung der Verhältnisse. Sammlung Luchterhand 315, Luchterhand, Frankfurt am Main. S. 101-126. Emmerich berichtet, daß Morgners Erzählung ursprünglich für Blitz aus heiterm Himmel (1975), einer Anthologie mit Erzählungen von DDR-AutorInnen zum Geschlechtertausch, geschrieben wurde, dann jedoch dafür nicht akzeptiert wurde. Schließlich hat Morgner die Geschichte in ihren Roman Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura (1974) eingebaut. Als eigenständige Geschichte wurde sie erst 1980 in der Luchterhand-Anthologie veröffentlicht. Zitat:
    "Sie [Irmtraud Morgner] läßt Valeska - als Männergestalt mit noch weiblicher Identität, weiblichem Empfindungsvermögen - sexuellen Umgang mit Frauen, vor allem ihrer schon lange vertrauten Freundin Shenja, haben und dabei eine Vielfalt und Vollkommenheit der Empfindung kennenlernen, die ihr bislang, als Nur-Frau, fremd war. In ihr steht gleichsam wieder das zweigeschlechtige Wesen in seiner Harmonie auf, von dem Platons 'Symposion' erzählte: Die Natur des Menschen ist geheilt. - Doch Morgners Utopie geht noch einen Schritt weiter. Wider Erwarten wird Valeska, der Mann, von ihrem geliebten Liebhaber Rudolf auch in ihrer männlichen Gestalt akzeptiert und sogar geliebt: 'Da erkannten sie, daß sie notfalls die Bilder entbehren konnten, die sie sich voneinander und die andere für sie gemacht hatten. - Da wußten sie, daß sie einander liebten. Persönlich - Wunder über Wunder.' Das über das Wunder der biologischen Geschlechtsumwandlung hinausgehende Wunder liegt in der Entdeckung der Konsistenz der persönlichen Liebe, über die zufällige Gestalt hinaus, im Verwirklichenkönnen der 'Vermenschlichung des Menschen'. Daß Valeska während des Beischlafs doch wieder die männliche Körperform ablegt, ist dann nur noch ein eher ironisch-augenzwinkerndes Zugeständnis an die Praktikabilität der sexuellen Beziehung. Es hebt die vorher erreichte lustvolle Erkenntnis - die, so Morgner, 'einfache Lehre' - von der Haltbarkeit der Liebe jenseits der jeweiligen akzidentiellen Körperlichkeit wieder auf."
  • Inge Stephan (1983) "Daß ich Eins und doppelt bin ..." - Geschlechtertausch als literarisches Thema. In: Inge Stephan,Sigrid Weigel: Die verborgene Frau - Sechs Beiträge zu einer feministischen Literaturwissenschaft. Literatur im historischen Prozeß Neue Folge 6, Argument-Sonderband AS 96, Argument, Berlin. S. 153-175. Zitat:
    "Valeska hat sich verändert. Sie hat ihre enge weibliche Rolle verlassen und männliche Verhaltens- und Denkweisen dazu gewonnen. Aber auch ihr Mann Rudolf hat sich verändert. Er akzeptiert Valeska als gleichberechtigten Partner, aber nur solange sie Mann ist. Im Unterbewußtsein sehnt er sich wieder nach der alten Rollenverteilung zurück, weil diese ja so bequem für ihn ist. Valeska kommt diesen Wünschen zwar nicht nach, verhält sich aber außerordentlich vorsichtig und behutsam. Sie nimmt Rücksicht auf ihren Mann, seine Gefühle und die herrschenden Normen. Sie ist für eine Politik der kleinen Schritte, nicht für den fundamentalen Umsturz der Geschlechterbeziehung. Ihre Lehre ist, wie sie selbst sagt, pragmatisch: Die Frauen haben ihrer Meinung nach - und das ist auch die Meinung der Autorin -, die Möglichkeit, die Menschheit zu retten, indem sie vorsichtig, diplomatisch die Geschlechterbeziehung reformieren, indem sie ihre enge, vorgezeichnete Frauenrolle verlassen, gesellschaftliche Aufgaben übernehmen und weibliche Vernunft überall dort zur Wirkung bringen, wo bisher männliche Irrationalität geherrscht hat. Ganz explizit spielt die Autorin am Schluß der Erzählung auf die Gefahr einer 'Selbstvernichtung der Menschheit' (S. 63) an, wenn die gesellschaftliche Entwicklung weiter in den Händen der Männer bleibt.
    Irmtraut Morgners Hoffnung richtet sich auf die Frauen, die ihrer Meinung nach gerade aufgrund traditionell für weiblich gehaltener Eigenschaften wie Sensibilität, Mitleidsfähigkeit etc. alle die Voraussetzungen mitbringen, die für eine friedliche Entwicklung der Menschheit notwendig sind, wenn sie gewisse als männlich geltende Eigenschaften und Verhaltensweisen wie Aktivität, Durchsetzungsvermögen, Selbstbewußtsein etc. annehmen. Dann werden die Männer - so die unausgesprochene Hoffnung Irmtraut Morgners -, [...] sich ebenfalls verändern, nicht nur in den privaten Beziehungen, sondern auch in ihrem Selbstverständnis als Männer. Die 'Vermännlichung' der Frauen und die 'Verweiblichung' der Männer, das ist die Utopie, die hinter der auf den ersten Blick anspruchslosen, witzig-ironischen Erzählung von Irmtraut Morgner steht."
  • Gertrud Lehnert (1994) Vom Geschlechtswechsel zur Androgynie. In: Gertrud Lehnert: Maskeraden und Metamorphosen : als Männer verkleidete Frauen in der Literatur. Königshausen und Neumann, Würzburg. S. 304-331 (S. 315-317 zu "Gute Botschaft"). Zitate:
    "Sexuelle Differenz als Bedingung persönlichen Glücks muß beibehalten werden, aber gesellschaftliche Ungleichheit soll beseitigt werden. Dies wiederum kann nur durch zumindest vorübergehende Aufgabe der sexuellen Differenz durch die Verwandlung in das überlegene Geschlecht, geschehen. Gleichzeitig ist dieser Geschlechtswechsel als eine Ironisierung der Penisneid-Theorie zu lesen: Die Frau bemächtigt sich ganz nach Belieben des Phallus als des Symbols für gesellschaftliche Macht schlechthin."
    "Der Geschlechtertausch bedeutet [...] keine Demontage des Männlichen von innen - neue Erkenntnisse gewinnt Valeska eigentlich nicht -, sondern sie ist ein erzieherisches Mittel, mit dem Gleichheit - aber nicht Identität - erzwungen werden soll. Es werden nicht weibliche Tugenden gegen männliche Untugenden ins Feld geführt, aber Krieg schlechthin wird als Folde des Geschlechterkampfs identifiziert. Ist der Geschlechterkampf erst einmal unnötig, wird es auch keine Kriege mehr geben. Insofern illustriert die Erzählung gleichsam Friedrich Engels' These von der Geschlechterdifferenz als der größten sozialen Schranke, die überhaupt existiert, und sie gibt der optimistischen Hoffnung Ausdruck, daß diese Schranke überwunden werden kann - wenn auch erst in der Zukunft."
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