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Frankenstein oder Der moderne Prometheus

Titelbild: Insel 1030
Titelbild: Goldmann Klassiker 7620, 1996
geschrieben von Mary Wollstonecraft Shelley

Erstveröffentlichung: 1818; Originaltitel: Frankenstein, or, The Modern Prometheus; Sprache: Englisch (Großbritannien); Übersetzung: Heinz Widtmann (1912), Elisabeth Lacroix (1948), Christian Barth (1963), Karl Br. Leder und Gert Leetz (1968), Friedrich Polakovics (1970), Ursula von Wiese (1983), Ralph Tegtmeier (1982?), Ana M. Brock (2006?) Neue Information 02.01.2007 ; Deutsche Erstveröffentlichung: 1912 (W. Altmann, Leipzig)
Deutsche Ausgaben: aktuelle. Die vergriffenen Ausgaben sind nicht gelistet, es gibt unzählige davon. Jede gute Bücherei sollte das Buch haben.

Kategorien: Science fiction-Vorläufer

Kurzbeschreibung:

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • Online-Versionen:
  • Zeitgenössische Besprechungen bei der Erstveröffentlichung 1818, wiedergegeben auf Mary Wollstonecraft Shelley Chronology & Resource Site: Neuer Link 15.04.2007
  • Technology and its dangerous effects on nature and human life as perceived in Mary Shelley's Frankenstein and William Gibson's Neuromancer, Hausarbeit von Orlin Damyanov
  • Mary Godwin's Remonstrance von N. Hilton
  • Aija Ozolins (1975) Dreams and Doctrines: Dual Strands in Frankenstein. Science Fiction Studies 2 (1975) 2 (Issue 6)
  • Aija Ozolins (1976) Recent Work on Mary Shelley and Frankenstein. Science Fiction Studies 3 (1976) 2 (Issue 9)
  • Mary Shelley & Frankenstein-Site von Kim A. Woodbridge
  • Literary Sources of Frankenstein von Kim A. Woodbridge
  • Monster Wins Reader's Sympathy von Christy Knorr
  • The "Birth" of a Monster von Kim A. Woodbridge
  • Mary Shelley and the Desire to Acquire Knowledge: As Demonstrated in the Novel Frankenstein von Kim A. Woodbridge
  • Arthur Paul Patterson (2001) Monsters at the Margin. Watershed Online Fall 2001
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Elizabeth Miller (2001) Dracula and Frankenstein. Watershed Online Fall 2001
  • Neuer Link 15.04.2007
  • Brian W. Aldiss (1987) Der Milliarden Jahre Traum - Die Geschichte der Science Fiction. Bastei-Lübbe Taschenbücher 28160, Lübbe, Bergisch Gladbach. S. 48-58
    Zitat (S. 55 f.): "... wird hier nahegelegt, daß Mary sich selbst als das Monster sieht. Wie das Wesen versuchte auch sie, ihren Weg in die Gesellschaft zurückzugewinnen. Indem sie mit Shelley davonlief, suchte sie Akzeptanz durch Liebe; aber der Schritt führte sie weiter von der Gesellschaft weg; sie wurde ein Wanderer, ein Fremdling, wie Byron, wie Shelley selbst. Der Tod ihrer Mutter im Kindbett muß in ihr das Gefühl hervorgerufen haben, daß sie, wie das Monster, von den Toten geboren sei. Hinter der Beredtsamkeit des Monsters liebt Marys Kummer. [...] Wenn ich Frankenstein als einen entarteten Schöpfungsmythos bezeichnet habe, habe ich Ausdrücke im Roman mit sexuellen Untertönen im Sinn, wie z.B. "meine Werkstatt schmutziger Schöpfung", wenn Frankenstein von seiner geheimen Arbeit spricht. Marys Erfahrung lehrte sie, Tod und Leben als eng verflochten zu sehen. Die Wortwahl bei der Beschreibung ihres Traums ist bezeichnend. Sie sah "die schreckliche Vision eines ausgestreckt daliegenden Mannes, der sich durch die Energie einer mächtigen Maschine plötzlich zu regen begann und krampfhafte, unnatürliche Bewegungen vollführte". Der plastische Satz suggeriert sowohl ein verzerrtes Bild ihrer sterbenden Mutter, in jenen letzten ruhelosen Augenblicken, die oft in quälender Weise eher an eine Besserung als an ihr Gegenteil denken lassen, ebenso wie die Regungen des Geschlechtsverkehrs, insbesondere wenn wir uns erinnern, daß "mächtige Maschine" ein Begriff ist, der in der Pornographie auch als Synonmy für Penis steht. Ellen Moers läßt in ihrer Studie über weibliche "Gotik" die Frage, wie ein junges Mädchen wie Mary auf eine so erschreckende Vorstellung stoßen konnte, nicht gelten (obwohl die Autorin selbst sie als erste aufwarf). Die meisten Schriftstellerinnen des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts waren Mädchen oder alte Jungfern, und viktorianische Tabus wirkten sowieso einer literarischen Auseinandersetzung mit dem Gebären entgegen. Mary durchlebte die Angst, Schuld, Niedergeschlagenheit und Sorge, die oft mit dem Gebären einhergeht, insbesondere in Situationen wie der ihren, unverheiratet, ihr Partner ein verheirateter Mann mit Kindern von einer anderen Frau, und an einem fremden Ort, von Schulden bedrängt. Nur eine Frau, nur Mary Shelley, hätte Frankenstein schreiben können."
  • Zwei kurze Auszüge aus wissenschaftlichen Abhandlungen zu Frankenstein als Teil einer Zusammenstellung zum Schauerroman (The Female Gothic: An Introduction)
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • On Mary Shelley, Frankenstein, ed. J. Paul Hunter. A Norton Critical Edition, Besprechung von Julia Paulman Kielstra
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Defining Romanticism: The Implications of Nature Personified as Female in Mary Shelley's Frankenstein and Charlotte Bronte's Jane Eyre, Essay von Alicia Renfroe
  • Challenging Destiny (Besprechung von James Schellenberg) (englisch)
  • Maria Porrmann (1989) Angst - Flucht - Hoffnung. Von der Gothic Novel zum utopischen Roman. In: Gnüg, Hiltrud; Möhrmann, Renate (Hrsg.) Frauen - Literatur - Geschichte. Schreibende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Suhrkamp Taschenbuch 1603, Suhrkamp, S. 166-188.
    In dieser literarischen Analyse geht Porrmann u.a. auch auf Frankenstein ein (S. 170-174). Zitate:
    "Der phantastisch-schreckliche Vorgang selbst ist aber nicht Shelleys eigentliches Thema [...]. Stattdessen geht es ihr jenseits aller phantastischen Konstruktion, um menschliche Beziehungen."
    "Unter empfindsamer Verkleidung verbirgt sich eine patriarchalische Gesellschaft, deren wechselseitige Beziehungen Warencharakter eignet. Es ist kein Zufall, daß Shelley im Frankenstein beispielweise vorwiegend die Perspektive von drei männlichen Erzählern wählt."
    "Nur vordergründig bildet das auch dem Trivialen eigene Schwarzweiß-Raster gut und böse, ihm zugeordnet die glückliche Familie/die Liebenden und die im Leid zerbrechende Familie, die liebliche und düster-heroische Landschaft, Sonne, Frühling, Sommer und Sturm, Gewitter, Kälte, Nebel, [...] das Grundmuster des Romans. Wesentlicher ist, daß die Figuren, nur notdürftig sentimental verbrämt, eine rollenfixierte Gesellschaft spiegeln, die durch egoistische Einzelinteressen geprägt ist. Besonders die als Ideal geschilderte Gemeinschaft: die Familie, Hort des Friedens und der Harmonie, wird sichtbar als zerbrechliche, der Außenwelt nicht standhaltende, sich von ihr absondernde Idylle, als Konstrukt."
    "Während verweigerte Gemeinschaft das Monster erst zum Monster macht, verweigert sich der Mann selbstherrlich genau dieser Gemeinschaft, der er sich - samt liebendem Weib - erst nach getaner Arbeit und Selbstverwirklichung zuwendet."
  • Literature, Arts and Medicine Database (Anmerkungen von Jack Coulehan)
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Raimund Borgmeier (1991) Das Monster und Women's Lib - Mary Shelleys Frankenstein aus feministischer Sicht. In: Therese Fischer-Seidel (Hrsg.) Frauen und Frauendarstellung in der englischen und amerikanischen Literatur. Tübinger Beiträge zur Anglistik 14, Gunter Narr, Tübingen, S. 45-64. Zitate:
    "Auf der unmittelbaren Ebene liest sich Frankenstein kaum wie ein feministischer Roman. Man könnte eher den Eindruck haben, als stamme das Werk aus der Feder eines reichlich chauvinistischen Autors. Eine ausgesprochene Männerwelt wird dargestellt, alle entscheidenden Mitglieder der Romangesellschaft sind Männer, Frauen spielen allenfalls untergeordnete Rollen."
    "Als Frankenstein nach jahrelangen, unermüdlichen Anstrengungen endlich sein Ziel erreicht und den künstlichen Menschen zum Leben erweckt hat, versucht er, entsetzt und frustriert über die abscheuerregende Häßlichkeit seiner Kreatur, im Schlaf Vergessen zu finden, wird aber von einem schlimmen Traum heimgesucht [...]
    Im Unterbewußten des Protagonisten bestehen enge Verbindungen, die an der Oberfläche nicht direkt zutage treten, sich durch den Traum jedoch machtvoll manifestieren. Die scheinbar geschlechtslose Welt, in der Frankenstein seinen naturwissenschaftlichen Forschungen nachgeht, steht in Wirklichkeit in mittelbarem Bezug zu dem gestörten Verhältnis, das er zu seiner Verlobten Elizabeth hat, und dieses wiederum wird maßgeblich geprägt durch die Beziehung zu seiner verstorbenen Mutter. Das Monster - so kann man diesen Traum interpretieren - besetzt die Position, die eigentlich Elizabeth im Leben Frankensteins zukommt. Elizabeth selbst, geistiges Ebenbild der Verstorbenen und von dieser als 'Spielzeug' für ihren Sohn ausgesucht, hat bis zu einem gewissen Grad den Platz der Mutter inne. Damit wird das harmonische Bild, das Frankenstein vorher von seiner Kindheit und der ihm zuteil gewordenen geradezu idealen Elternliebe gezeichnet hat, nachträglich relativiert. So steht das Monster keineswegs nur für das durch die Naturwissenschaft Machbare, sondern repräsentiert mit seiner Häßlichkeit verschiedene dunkle Stellen in der Psyche und im Leben des Protagonisten. Und diese dunklen Stellen haben mit Frauen, d.h. mit seiner falschen Einstellung zu Frauen, zu tun."
    "Selbst wenn man nicht gehen will [...], an dem Monster weibliche Züge zu beobachten, und obwohl das Monster stets grammatikalisch als ein maskulines Wesen behandelt wird, lassen sich in seiner spezifischen Situation der Unterprivilegierung doch grundlegende Übereinstimmungen mit der Situation der Frau feststellen. Auch das Monster wird in erster Linie ein Opfer des Prinzips, welches eine Kritikerin mit Bezug auf die Frauengestelten des Romans als "survival of the fairest" bezeichnet, die übermäße oder ausschließliche Bewertung eines Individuums nach dem Kriterium seiner äußeren Erscheinung."
  • Günther Blaicher (1994) Mary Shelleys "Frankenstein": Text, Kontext, Wirkung. Vorträge des Frankenstein-Symposiums in Ingolstadt (Juni 1993). Stud. z. engl. Romantik 8, Die Blaue Eule.
  • David Ketterer (1997) Frankenstein’s "Conversion" from Natural Magic to Modern Science—and a Shifted (and Converted) Last Draft Insert. Science Fiction Studies 24 (1997) 1 (Issue 71)
  • Susanne Schmid (1998) Shelley, Mary Wollstonecraft. In: Ute Hechtfischer, Renate Hof, Inge Stephan, Flora Veit-Wild (Hrsg.) Metzler-Autorinnen-Lexikon. Metzler, Stuttgart. S. 494-495. Zitat:
    "Frankenstein ist zu lesen als Auseinandersetzung mit der 'männlichen' Romantik, in der Frauen jegliche kreative Rolle abgesprochen wird. Das namenlose Monster, das nur Vater, nicht aber Mutter besitzt, ist eng mit seinem Schöpfer, Viktor Frankenstein, verknüpft. Das Monster, das erst durch den Kontakt zur Zivilisation bösartig wird, verkörpert den leidenden Menschen, der von einem verantwortungslosen Schöpfergott abgelehnt wird. Auch kritisiert S. die männliche Naturwissenschaft, die Emotion und Intellekt trennt. Auch kritisiert S. die männliche Naturwissenschaft, die Emotion und Intellekt trennt. Letztlich sind sich Frankenstein und sein Produkt gar nicht so unähnlich, und die gegenseitigen Verfolgungsjagden vereinen schließlich auch wieder ihre unterschiedlichen Aspekte. Frankenstein ist schnell ein Erfolg geworden und zählt zu den großen Mythen des 19. und 20. Jh.s. Über 100 filmische Adaptionen zeugen von der Faszination, die der Stoff auch heute noch ausübt."
  • Robert W. Anderson (1999) Body Parts That Matter: Frankenstein, or The Modern Cyborg?. In: Women Writers
  • Science Fiction Weekly (Besprechung von Mark Wilson) (englisch)
  • James Meek (2001) Real-life Frankenstein who inspired SF. The Guardian 11.6.2001
  • SparkNotes on Frankenstein von Rebecca Gaines
  • Susan Kling, Noah Jonathan Alexander (2000) Mary Shelley and how her life relates to Frankenstein. A Research Report 14.4.2000. Babes in Space
  • Ruth Bushi (2001) 'The author is become a creator-God' (Herder). The deification of creativity in relation to 'Frankenstein'. Wiedergegeben auf Website von Kim Woodbridge
  • Sumeeta Patnaik (2001) Bibliographic Studies on the Work of Mary Shelley. Wiedergegeben auf Website von Kim Woodbridge
  • Susan Coulter (2001) 'Frankenstein' - a cautionary tale of bad parenting. Wiedergegeben auf Website von Kim Woodbridge
  • Tapia Martinez-Russ (2001) Who Created the First Monster?. Wiedergegeben auf Website von Kim Woodbridge
  • Sumeeta Patnaik (2001) The Last Man and the Order of Society: How Mary Shelley's Use of the Plague Serves as a Metaphor for the Failure of the Utopian Ideal. Wiedergegeben auf Website von Kim Woodbridge
  • Rachel Hyland, Kate Nagy (2002) Feminine Mystics. Phase Five Issue 1.1, 5 January 2002 (siehe Nr. 3)
  • Alexander Pechmann (2003) Die Heimsuchungen der Mary Shelley. Phantastisches und Biographisches im Werk der Autorin des "Frankenstein". phantastisch! Nr. 3, S. 6-9. Zitat:
    "Heute gilt der Roman als erster echter Science Fiction-Roman der Weltliteratur, da er eine rationale, wissenschaftliche Thematik in die romantische Schauerliteratur einführte. Das Buch enthält jedoch mehr Moralphilosophie als Naturwissenschaft. Die Szene, in der Frankenstein seine Kreatur ins Leben ruft, ist überraschend knapp - wenn man sie mit den zahllosen Filmversionen vergleicht. Mary Shelleys eigentliches Thema ist das Versagen Frankensteins, sich um sein Geschöpf angemessen zu kümmern. Erst indem er es abweist und verstößt macht er es zu seinem Feind.
    Natürlich kann man das Buch als Warnung vor einer unethischen Wissenschaft verstehen. Es ist jedoch auch ein autobiographisches Werk, in dem sich Mary Shelleys Beziehung zu Percy Shelley und zu ihrem Vater William Godwin spiegelt. Beide sind unfähig, Verantwortung für ihr 'Werk' zu übernehmen. Sie scheitern wie Victor Frankenstein als Väter und Erzieher ihrer Kinder."
  • Ultraverse 1 (2004) 3 (Besprechung von William I. Lengeman III)
  • Challenging Destiny (Besprechung von James Schellenberg)
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Literaturschock (Besprechung von Bernd)
  • HysterikA (Besprechung von Jürgen Seibold)
  • Perlentaucher.de mit Auszügen aus Besprechungen verschiedener Tageszeitungen, z.B. Die Süddeutsche Zeitung, FAZ
  • Neuer Link 25.02.2007

Verfilmungen:

  • Mary Shelley's Frankenstein, Regie Kenneth Branaugh.
    Besprechungen dazu:
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