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Die Frauen von Isis (weiterer deutscher Titel: Die Matriarchen von Isis)

geschrieben von Marion Zimmer Bradley

Erstveröffentlichung: 1978; Originaltitel: The Ruins of Isis; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: Annette von Charpentier; Deutsche Erstveröffentlichung: 1979 (Die Matriarchen von Isis. Bastei Science Fiction Bestseller 22014, Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Kategorien: Fantasy, Matriarchat

Kurzbeschreibung: (Keinhorst, Annette (1985), S. 29)
Ruins of Isis beschreibt das experimentelle Matriarchat auf dem Planeten Isis (von den umliegenden patriarchalen Welten sehr zum Ärger der Isis-Bewohnerinnen, die keinesfalls auf ihre Erweckung durch einen Prinzen warten, "Cinderella" genannt), das sich aus Überlebensgründen strikt vor der allumfassenden Planetenföderation verschlossen hat. Wiederholte, durch Erd- und Seebeben hervorgerufene Naturkatastrophen, denen nur mit der höher entwickelten Technologie der Galaxis begegnet werden kann, machen einen ersten Kontakt mit dem Wissenschaftlerplaneten University nötig, der daraufhin ein Gelehrtenehepaar zur Erforschung einiger Ruinen einer längst untergegangenen Zivilisation nach Isis entsendet. Aus der Konfrontation zwischen diesen beiden Repräsentanten einer eher patriarchalen Kultur mit dem Matriarchat, den Verständnis- und Integrationsversuchen der Forscherin und den Schwierigkeiten des männlichen Forschers bei gleichzeitiger wohlwollender Neugier der weiblichen dominierenden Bevölkerung von Isis ergibt sich die Grundspannung des Romans. Diese Begegnung zweier Welten führt schließlich zu weitreichenden psychischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Matriarchat, aber auch bei den Besuchern.

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • Dorothee Beckhoff (1985). Zitat (S. 131-132): "Zimmer Bradley bereichert den Konflikt naturgebunden-technologiegebunden um eine pikante Variante, indem sie den unterschiedlichen Systemen stark kontrastierende Herrschaftformen zuordnet: die Lebensformen des von natürlichen Ressourcen lebenden Matriarchats auf Isis treffen auf die hochtechnisierte patriarchalische Unity. Wenn die Autorin den Wissenschaftler Dan Malocq, einen Macho, in dieser Frauenwelt zum 'plaything', zur wissenschaftlichen Hilfskraft degradiert und ihn alle sonst nur Frauen zugemutete Erniedrigungen erleiden läßt, prallen nicht nur männlich/weibliche Vorurteile aufeinander, sondern auch grundsätzlich verschiedene kulturelle und wissenschaftliche Perspektivierungen, die sich unter die Begriffe Achtung und Ausbeutung der Natur subsumieren lassen. Nebem dem sehr erheiternden Aspekt der Reduzierung des Macho versucht Zimmer Bradley gerade auch das Leiden an der Unversöhnlichkeit der geschlechtsbedingten Lebensentwürfe zu verdeutlichen. Daß die Schärfe des Gegeneinanders am Ende doch noch überwunden wird, ist der vermittelnden Initiative einer geschlechtslosen, nicht menschlichen Kultur zu verdanken."
  • Keinhorst, Annette (1985), Kapitel I.2 (S. 29-43). Zitat (S. 29-30): "Die Erzähltechnik des Romans ist konventionell. Die personale Erzählsituation wird vorwiegend von der Perspektive Cendris, der Wissenschaftlerin von University getragen. Eine lebhafte Dialogführung vermittelt den wesentlichen Teil der Ereignisse und die Erkenntnisse der Außenweltler im Matriarchat. Diese sind ein recht typisches heterosexuelles Paar, so daß die Vermittlung sowohl teilweise aus der Perspektive eines Mannes wie eben auch der einer Frau geschieht, ein wichtiges Moment, wenn der Geschlechterunterschied so zentral im Mittelpunkt steht wie in einer matriarchalen Utopie. Die eigentliche Erzählperspektive Cendris jedoch ermöglicht den Lesern, ihr bei einer vielschichtigen Entwicklung folgen zu können: Cendri fühlt sich sehr angezogen von der Lebensweise auf Isis: Entsprechende Veränderungen machen sich in ihrer Persönlichkeit und ihrer Wahrnehmung bemerkbar. Am Ende dieses Prozesses wird die Außenseiter-Perspektive endgültig durchbrochen, die Fremdheit besteht auf einmal nicht mehr zwischen den Außenweltlern und dem Matriarchat, sondern zwischen Dal als normal patriarchalem Mann und allen Frauen einschließlich seiner eigenen, die damit für ihn zum "alien" wird, wohingegen Dal für die Leser diese Rolle einnimmt und auf einmal die Distanz zwischen dem in Dal verkörperten Patriarchat und den jetzt mit dem Matriarchat sympathisierenden Lesern besteht. Diese Entwicklung bereitet aber letztlich den Weg zu einer Integration beider polarisierender und polarisierter Kulturen. Das "Plot" wird hier wiederum durch die ideologische Dynamik der Protagonisten bestimmt, wobei die Dialoge zwischen den Repräsentanten der verschiedenen Standpunkte die Inhalte oftmals rein verbal und zuwenig anschaulich vermitteln."
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