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Das Geheimnis des Mandelplaneten
geschrieben von Françoise d'Eaubonne
Erstveröffentlichung: 1975; Originaltitel: Le Satellite de l'Amande; Sprache: Französisch;
Übersetzung: Uli Aumüller; Deutsche Erstveröffentlichung: 1978 (rororo (neue frau) 4253, Rowohlt, Reinbek bei Hamburg)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine
Kategorien: Sciencefiction,
Allegorie,
Frauengesellschaft,
Klonen,
Revolution,
Lesben
Kurzbeschreibung: (Klappentext)
Wir schreiben das 21. Jahrhundert. Die Menschheit
hat eine entscheidende Mutation durchlebt; die Männer sind von der
Oberfläche der Erde verschwunden. Eine Expedition kühner Frauen
bricht auf zum Mandelplaneten, einem unbekannten Himmelskörper voller
Wunder. Fasziniert und erschreckt erkundet die Chronistin mit ihren Gefährtinnen
rätselhafte Naturerscheinungen - zwei kristallene, gewölbte Seen,
die des Nachts überdeckt sind; rosige Abgründe; umwaldete Erhebungen;
einen Megalithen, der sich bisweilen pulsierende zu prächtiger Höhe
aufrichtet, dann wieder im Dschungel versinkt ...
Kommentare, Besprechungen, u.ä.:
- Inge Stephan (1983) "Daß ich Eins und
doppelt bin ..." - Geschlechtertausch als literarisches Thema. In: Inge
Stephan,Sigrid Weigel: Die verborgene Frau - Sechs Beiträge zu einer
feministischen Literaturwissenschaft. Literatur im historischen Prozeß
Neue Folge 6, Argument-Sonderband AS 96, Argument, Berlin. S. 153-175.
Zitat: "[...] 'Geheimnis des Mandelplaneten' ist ein sehr poetischer Versuch
über Weiblichkeit, voll von Anspielungen auf weibliche Geschichte
und historische und mythologische Zusammenhänge. [...] Bei der Erforschung
der Höhlen und Schlünde und bei der Untersuchung der Erhebungen
und Berge stoßen die Frauen auf ihre eigene verschüttete Geschichte.
Das lebendige Zusammenwirken von weiblichen und männlichen Kräften,
das sich in der pulsierenden Landschaft ausdrückt, löst Erinnerungen
und Sehnsüchte bei den Frauen aus. Die Reise auf den fernen Planeten
wird zu einer Reise zu sich selbst und den eigenen unbewußten Wünschen.
Der Roman ist schwierig zu lesen, auch deshalb, weil er traditionelle Science
Fiction Erwartungen nach Action und Spannung enttäuscht - aber er
entfaltet eine große poetische Kraft, wenn man sich auf ihn einläßt."
- Dorothee
Beckhoff (1985). Zitat (S. 134): "Manche Texte militanter feministischer
Provinienz rächen sich mit leidenschaftlichen Allmachtsphantasien
für die Deformation, die das weibliche Ich in der Geschichte des Patriarchats
erleiden mußte. Diese 'literarische Rache' ist in der Tendenz verständlich
und erklärbar, zumal wenn der Problemkreis Gewalt, Macht, Ausbeutung
so kritisch hinterfragt wird wie z.B. im Mandelplaneten."
- Besprechung von Klaus W. Pietrek in Frank Rottensteiner, Michael Koseler (Hrsg.) (1989-1997) Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur.
Loseblattsammlung. Corian, Meitingen, 5. Erg.-Lfg. Juni 1990. Zitat: "Das Geheimnis des Mandelplaneten ist ein mehr als origineller Roman, der in jedem Satz erkennen läßt, daß eine Frau
die Feder geführt hat. In einer Sprache von geradezu lyrischer Formung und mit wunderbaren Bildern erzählt die Autorin von der Unmöglichkeit der Annäherung zwischen den Geschlechtern.
Auch wenn in einem abschließenden Gespräch mit Concepcion die Erzählerin darüber nachgrübelt, ob sich statt der völligen Ausrottung der Männer nicht auch eine andere Lösungsmöglichkeit
zur Befreiung der Frau gefunden hätte, wird ersichtlich, daß die metaphorische Entdeckungsreise letzten Endes fruchtlos bleibt. Zu tief, so führt Françoise d'Eaubonne aus und wendet sich damit wieder
der Gegenwart zu, war die herrschaftsideologische Kluft, als daß ein friedliches, gleichberechtigtes Miteinander hätte realisiert werden können."
- Binder (1996)
- Monika Bargmann (2004) Science Fiction & Fantasy von und für Frauen. Diskussion. Mitgliederzeitschrift von Mensa Österreich Nr. 314, Juni 2004
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