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Dämmerung: Erster Roman der Xenogenesis-Trilogie

Titelbild: Die Genhändler. Xenogenesis-Trilogie. Heyne Science Fiction  & Fantasy 5998, Heyne, München
geschrieben von Octavia Butler

Erstveröffentlichung: 1987; Originaltitel: Dawn: Xenogenesis I; Sprache: Englisch (USA); Übersetzung: Barbara Heidkamp; Deutsche Erstveröffentlichung: 1991 (Heyne Science Fiction & Fantasy 4765, Heyne, München)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Fortgesetzt in: Rituale, Imago (Xenogenesis-Trilogie)

Kategorien: Sciencefiction, post-apokalyptische Zukunft, Genmanipulation, Schwarze ProtagonistInnen, Gesellschaft mit anderer Geschlechterbiologie, Außerirdische - wirklich fremdartig, Mutationen - Evolution des Homo Sapiens, mehr als zwei Geschlechter

Kurzbeschreibung: (Klappentext)
Die Oankali sind Genhändler. Seit vielen Millionen Jahren reisen sie mit ihren riesigen gezüchteten Raumschiffen durch die Weiten der Galaxis, um interessante Lebensformen aufzuspüren. Sie bieten anderen Rassen Chromosomen an, etwa um sie von Krankheiten zu heilen, sie zu vervollkommnen und vielgestaltiger zu machen. Als Gegenleistung fordern sie Erbmaterial, um es selbst zu nutzen oder es zu ihren Züchtungen zu verwenden.
Sie finden die Reste der Menschheit auf ihrer vergifteten und verseuchten Erde und erkennen, daß hier eine Fehlentwicklung des Lebens stattgefunden hat, die in einem Wesen gipfelt, das in seinen Genen ebenso verseucht ist wie die Welt, die es zugrunde gerichtet hat. Seine Machtgier, seine Neigung zu Hierarchie und Unterdrückung, sein Haß auf alles Fremde und jede Veränderung machen die Menschen zu einem Gefahrenherd für die Entwicklung des Lebens im Kosmos, der beseitigt werden muß.
Das Urteil ist unerbittlich: die positiven menschlichen Erbanlagen werden in den galaktischen Genpool aufgenommen, als eigene Rasse darf sich der Mensch nicht länger fortpflanzen.

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • Neuerscheinung des Monats April 1999
  • Literature, Arts and Medicine Database (Anmerkungen von Ann Folwell Stanford)
  • Larry McCaffery, Jim McMenamim (1992) Ein Gespräch mit Octavia E. Butler. In: Wolfgang Jeschke (Hrsg.) Das Science Fiction Jahr #7 - Ausgabe 1992. Heyne Science Fiction & Fantasy 4850, Heyne, München. S. 632-659 (übersetzt von Irene Bonhorst, das Interview fand 1988 statt). Zitat:
    "McCaffery: Sie interessieren sich offenbar für die Erforschung des Themas, wie Intelligenz in das Schema der Evolution der Spezies paßt. Meiner Ansicht nach sind wir vielleicht allmählich intellektuell weiter fortgeschritten, als es für uns gut ist - das heißt, unser Intellekt hat sich schneller entwickelt als unsere Fähigkeit, emotional mit den Dingen fertigzuwerden, die wir in Bereichen wie Atomkraft und Genetik aufdecken.
    Butler: Die Intelligenz könnte tatsächlich eine vorübergehende Form der Anpassung sein, etwas, das sich zur Zeit bewährt, sich letztendlich jedoch als eine Art zerstörerische Überspezialisierung herausstellt, die uns vernichten wird. Womit ich mich in meiner Xenogenesis-Serie beschäftigte, ist die Vorstellung von zwei rivalisierenden und widersächlichen Charakteristika: eins davon ist die Intelligenz, die andere das hierarchische Verhalten, schlicht die Kunst, den anderen immer unterzubuttern. Da die Neigung zu hierarchischem Verhalten älter und tiefer verwurzelt ist - sie läßt sich durch sämtliche Tiergattungen dieses Planeten verfolgen und in gewisser Hinsicht auch bis zu den Pflanzen - ist das hierarchische Verhalten stärker selbsterhaltend und mehr für den Intellekt verantwortlich, als es der Fall sein dürfte. Immer wenn wir den Grad ermessen wollen, zu dem unser Verhalten genetisch vorbestimmt ist - und hier kommt die Soziobiologie ins Spiel -, richten wir uns danach, wer der Größte oder der Beste oder der Bedeutendste ist, wer unterlegen und wer überlegen ist. Wir wären vielleicht in der Lage, uns von gewissen Verhaltensweisen zu lösen, wenn wir lernen würden, unseren biologischen Drang in manchen Hinsicht zu bezwingen."
  • Eric White (1993) The Erotics of Becoming: XENOGENESIS and The Thing. Science Fiction Studies 20 (1993) 3 (Issue 61)
  • Cathy Peppers (1995) Dialogic Origins and Alien Identities in Butler’s XENOGENESIS. Science Fiction Studies 22 (1995) 1 (Issue 65)
  • Carpe Librum (Besprechung von Michael Matzer)
  • Carpe Librum (Besprechung aller drei Xenogenesis-Bücher durch Michael Matzer)
  • Anne Koenen (2000) Butler, Octavia [Estelle]. In: Bernd Engler, Kurt Müller (Hrsg.) Metzler Lexikon amerikanischer Autoren. Metzler, Stuttgart. S. 112-114. Zitat:
    "Die 'Xenogenesis-Trilogie' [...] interpretiert aus neuer Perspektive ein traditionelles Thema der Science Fiction, nämlich die Auswirkungen des Kontaktes mit außirdischen Kulturen auf die menschliche Psyche, Familie und Gesellschaft. Das Szenario ist eine post-apokalyptische Erde, auf der Aliens den wenigen überlebenden Menschen zu Hilfe kommen. Anhand des Verhältnisses zwischen Aliens und Menschen und ihrer zunehmenden 'Vermischung' entwickeln die Romane ein Interesse an Dynamiken der Macht, der Frage, was den Menschen ausmacht, und an den (Identitäts-) Problemen beim Zusammenleben verschiedener Spezies. Daß 'Spezies' in diesen Romanen durchaus metaphorisch als 'race' gelesen werden kann und B. sich mit den Romanen auch Diskursen über die Bedeutung von 'race' in der US-amerikanischen Kultur anschließt, wird dabei durchgänig deutlich, z.B. im Fokus auf die Frage nach der 'Vermischung' der Spezies durch Fortpflanzung, dem Preis der Anpassung und der Aufgabe der eigenen Identität als Gruppe. So sichern die außerirdischen Oonkali in Dawn zwar der bedrohten Menschheit das Überleben und bieten die Partizipation an ihren Errungenschaften an, aber als Preis verlangen sie die 'Verschmelzung' der Menschen mit den Oonkali - um eine neue Spzezies zu erschaffen - und damit auch die Aufgabe des Fortbestandes der menschlichen Spezies. Die Lösung des Konflikts verlangt Entwicklung auf beiden Seiten: die Menschen lernen, die Außerirdischen zu akzeptieren, diese wiederum beginnen die menschliche Angst vor dem Verlust der Identität als Mensch zu verstehen."
  • Diskussion Februar 2000 im Rahmen der Book Discussion Group der Email-Liste Feministsf-Lit
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • The Village Voice July 5 - July 11, 2000 (Besprechung aller drei Xenogenesis-Bücher durch Carol Cooper, 8. Besprechung von oben, keine extra Sprungmarke) (englisch)
  • Joan Slonczewski (2000) Octavia Butler’s Xenogenesis Trilogy: A Biologist’s Response. Vortrag bei SFRA, Cleveland, June 30, 2000 (englisch). Deutsche Fassung: Joan L. Slonczewski (2002) Die "Xenogenesis"-Trlogie von Octavia Butler: Eine biologische Interpretation. In: Jacek Rzeszotnik (Hrsg.) Zwischen Flucht und Herrschaft. Phantastische Frauenliteratur. Sekundärliterarische Schriftenreihe 45, Fantasia 157/158, EDFC, Passau. S. 260-263. (Ü: Jacek Rzeszotnik)
  • Pamela Wenger (2000) Xenogenesis: Xenophobia to Xenophilia. A Research Report 7.2.2000. Babes in Space
  • Toni Äutzche (2000) Das genetische Verhängnis: Oktavia Butler reduziert menschliches Verhalten auf genetische Determinierung. literaturkritik Nr. 7 - Juli/August 2000
  • Korrigierter Link 15.04.2007
  • Sciencefiction.de 03/01 (Besprechung von Claudia Fischer)
  • Joachim Müller-Jung (2002) Warum gibt es nur zwei Geschlechter? Frankfurter Allgemeine Zeitung 29.1.2002
  • Nancy Jesser (2002) Genetische Lösungsansätze in Sheri S. Teppers "The Gate to Women's Country" und Octavia Butlers "Dämmerung". In: Jacek Rzeszotnik (Hrsg.) Zwischen Flucht und Herrschaft. Phantastische Frauenliteratur. Sekundärliterarische Schriftenreihe 45, Fantasia 157/158, EDFC, Passau. S. 142-157.
  • Besprechung von Orson Scott Card (englisch)
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