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Amanda
geschrieben von Irmtraud Morgner
Erstveröffentlichung: 1983 (Aufbau-Verlag, Berlin); Sprache: Deutsch
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuelle
Fortsetzung von: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen
ihrer Spielfrau Laura
Fortgesetzt in: Das heroische Testament (Salman-Trilogie)
Kategorien: Hexen
Kurzbeschreibung: (Verlagsankündigung)
"Humor ist für micht eine Form der Lebensbewältigung. Er gehört zu meiner Seinsweise. Mithin auch zu
meiner
Literatur", schrieb einmal Irmtraud Morgner, und so ist es kein Wunder, daß auch aus ihrem 1983
erschienenen
Hexenroman die ungewöhnlichsten Leute in den ungewöhnlichsten Gewändern nur so herauspurzeln
und die
wunderlichsten Geschichten offenbaren. "Frauen lesen heute keine dicken Bücher mehr", sagt da
beispielsweise der
Oberengel Zacharias zu Oberteufel Kolbuk. Er sollte sich gründlich geirrt haben. Was
nämlich die Morgner mit ihrer
Zauberfeder beschreibt, was sie ihrer Spielfrau Laura Amanda Salman
andichtet, was sie in ungehemmter
Fabulierkunst aus Mythologie und DDR-Wirklichkeit in ihren poetischen
Töpfen zusammenquirlt, das ist längst zur
Lektüre ganzer Frauen- und Männergenerationen geworden. Und
es hat dazu beigetragen, die 'teuflisch'
strukturierte Welt ein wenig durchsichtiger zu machen.
Kommentare, Besprechungen, u.ä.:
- "The Witch as Double: Feminist Doubles in German Literature and Irmtraud Morgner's Amanda." von Barbara Mabee, Zusammenfassung ihres Artikels in Journal of the Fantastic in the Arts, pp. 166-190, Winter 1995
- Monika Speer (1983) Die entfesselte Phantasie.
Emma Nr. 3/1983 (S. 20-21). Zitat: "Das Buch [...] ist auch, ja vor allem,
ein feministischer Politroman. Insider, die die Zustände in der DDR
ebenso kennen wie die Gruppen- und Flügelkämpfe innerhalb feministischer
Bewegungen werden ein doppelbödiges Vergnügen haben. Darüber
hinaus hat die Morgner das gesamte klassische Bildungsgut von der Antike
über Altvater Goethe und dem DDR-Heiligen Brecht parat. Sie verstrickt
die großen Mythen und Legenden, führt ins Mittelalter mit
seinen barbarischen Riten und Unterdrückungsmethoden, kennt sich aus
in hochgelehrten Reden und Erkenntnissen, benutzt Zaubersprüche und
Rätsel ebenso wie alchemistische Formeln. Nie wirkt sie dabei besserwisserisch,
immer ist sie geistreich, witzig, mitreißend. Dabei verschweigt und
beschönigt sie nichts: Der Zustand der Welt ist, schlicht gesagt,
katastrophal. Und der der Frauenwelt teuflisch!"
- Christel Berger (1983) Amanda. Sonntag 29. Mai 1983
- Dieter Schiller (1983) Phantastische Erfindungen in erzählerischer Fülle. Zu dem neuen Roman 'Amanda' von Irmtraud Morgner. Neues Deutschland 30.5.1983
- Klaus Kändler (1984) Der Hexenroman 'Amanda' von Irmtraud Morgner. Siegfried Rönisch (Hrsg.) DDR-Literatur '83 im Gespräch. Aufbau, Berlin
- Monika Meier (1990) Konzerte der Redevielfalt: Die Walpurgisnacht-Darstellungen in der 'Amanda' Irmtraud Morgners. Literatur für Leser 4 (1990), 213-227
- Besprechung von Klaus W. Pietrek in Frank Rottensteiner, Michael Koseler (Hrsg.) (1989-1997) Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur.
Loseblattsammlung. Corian, Meitingen, 17. Erg.-Lfg. August 1995. Zitat: "... erwächst die Handlung aus einem sehr polyvalenten Erzählgeschehen und umfaßt in nachgerade enzyklopädischer
Breite zahlreiche Anspielungen und Hinweise auf europäisches Bildungsgut. Hauptanliegen bleibt indes die Darstellung der Frauenbewegung in der DDR und anderswo mit ihren Schwächen
und Stärken, mit ihren Fehlschlüssen und ihren Siegen; insofern symbolisieren die Hexenfiguren jenen Teil der weiblichen Kultur, der im Patriarchat unterdrückt wird, und in ihrem grenzüberschreitenden
Aufbegehren nähern sich diese Frauengestalten der Autorin selbst, die in Abwandlung eines Wortes von Karl Marx meinte, man müsse die Welt weiblich interpretieren, um sie menschlich
verändern zu können."
- Eva Kaufmann (1998) Morgner, Irmtraud.
In: Ute Hechtfischer, Renate Hof, Inge Stephan, Flora Veit-Wild (Hrsg.) Metzler-Autorinnen-Lexikon. Metzler, Stuttgart. S. 367-369. Zitat:
"Dieser Optimismus [in Trobadora geäußerte Hoffnung auf Ende des 'Scheißkriegs zwischen den Geschlechtern'] weicht im
Hexen-Roman Amanda tiefer Skepsis, die auch durch die in jenen Jahren eskalierende Atomkriegsdrohung
genährt wird. Himmel und Hölle der christlichen Mythologie und viele Fabelwesen der antiken Welt
bevölkern den Roman, in dem Laura Salman um ihre Wiedervereinigung mit der vom Teufel abgespaltenen Hälfte
Amanda kämpft. In diesem wie anderen Texten M.s ist das Bemühen sichtbar, in der Kulturgeschichte alles aufzusuchen,
was Frauen in ihren täglichen Kämpfen um Selbstbehauptung nützen kann."
- Sabine Doering (2001) Weibliche Faustgestalten. Einblicke Nr. 34, Herbst 2001 (online wiedergegeben auf Website der Uni Oldenburg, als PDF-Datei) (im letzten Drittel geht es um die ersten beiden Bücher der Salman-Trilogie)
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