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Titelbild: Die DDR-Bibliothek 4, Faber & Faber, Leipzig
Titelbild: Irmtraud Morgner (2003) Amanda. Ein Hexenroman. Sammlung Luchterhand 2055, Luchterhand (nur angekündigt, nie erschienen)

Amanda

geschrieben von Irmtraud Morgner

Erstveröffentlichung: 1983 (Aufbau-Verlag, Berlin); Sprache: Deutsch
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuelle

Fortsetzung von: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura
Fortgesetzt in: Das heroische Testament (Salman-Trilogie)

Kategorien: Hexen

Kurzbeschreibung: (Verlagsankündigung)
"Humor ist für micht eine Form der Lebensbewältigung. Er gehört zu meiner Seinsweise. Mithin auch zu meiner Literatur", schrieb einmal Irmtraud Morgner, und so ist es kein Wunder, daß auch aus ihrem 1983 erschienenen Hexenroman die ungewöhnlichsten Leute in den ungewöhnlichsten Gewändern nur so herauspurzeln und die wunderlichsten Geschichten offenbaren. "Frauen lesen heute keine dicken Bücher mehr", sagt da beispielsweise der Oberengel Zacharias zu Oberteufel Kolbuk. Er sollte sich gründlich geirrt haben. Was nämlich die Morgner mit ihrer Zauberfeder beschreibt, was sie ihrer Spielfrau Laura Amanda Salman andichtet, was sie in ungehemmter Fabulierkunst aus Mythologie und DDR-Wirklichkeit in ihren poetischen Töpfen zusammenquirlt, das ist längst zur Lektüre ganzer Frauen- und Männergenerationen geworden. Und es hat dazu beigetragen, die 'teuflisch' strukturierte Welt ein wenig durchsichtiger zu machen.

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • "The Witch as Double: Feminist Doubles in German Literature and Irmtraud Morgner's Amanda." von Barbara Mabee, Zusammenfassung ihres Artikels in Journal of the Fantastic in the Arts, pp. 166-190, Winter 1995
  • Monika Speer (1983) Die entfesselte Phantasie. Emma Nr. 3/1983 (S. 20-21). Zitat: "Das Buch [...] ist auch, ja vor allem, ein feministischer Politroman. Insider, die die Zustände in der DDR ebenso kennen wie die Gruppen- und Flügelkämpfe innerhalb feministischer Bewegungen werden ein doppelbödiges Vergnügen haben. Darüber hinaus hat die Morgner das gesamte klassische Bildungsgut von der Antike über Altvater Goethe und dem DDR-Heiligen Brecht parat. Sie verstrickt die großen Mythen und Legenden, führt ins Mittelalter mit seinen barbarischen Riten und Unterdrückungsmethoden, kennt sich aus in hochgelehrten Reden und Erkenntnissen, benutzt Zaubersprüche und Rätsel ebenso wie alchemistische Formeln. Nie wirkt sie dabei besserwisserisch, immer ist sie geistreich, witzig, mitreißend. Dabei verschweigt und beschönigt sie nichts: Der Zustand der Welt ist, schlicht gesagt, katastrophal. Und der der Frauenwelt teuflisch!"
  • Christel Berger (1983) Amanda. Sonntag 29. Mai 1983
  • Dieter Schiller (1983) Phantastische Erfindungen in erzählerischer Fülle. Zu dem neuen Roman 'Amanda' von Irmtraud Morgner. Neues Deutschland 30.5.1983
  • Klaus Kändler (1984) Der Hexenroman 'Amanda' von Irmtraud Morgner. Siegfried Rönisch (Hrsg.) DDR-Literatur '83 im Gespräch. Aufbau, Berlin
  • Monika Meier (1990) Konzerte der Redevielfalt: Die Walpurgisnacht-Darstellungen in der 'Amanda' Irmtraud Morgners. Literatur für Leser 4 (1990), 213-227
  • Besprechung von Klaus W. Pietrek in Frank Rottensteiner, Michael Koseler (Hrsg.) (1989-1997) Werkführer durch die utopisch-phantastische Literatur. Loseblattsammlung. Corian, Meitingen, 17. Erg.-Lfg. August 1995. Zitat: "... erwächst die Handlung aus einem sehr polyvalenten Erzählgeschehen und umfaßt in nachgerade enzyklopädischer Breite zahlreiche Anspielungen und Hinweise auf europäisches Bildungsgut. Hauptanliegen bleibt indes die Darstellung der Frauenbewegung in der DDR und anderswo mit ihren Schwächen und Stärken, mit ihren Fehlschlüssen und ihren Siegen; insofern symbolisieren die Hexenfiguren jenen Teil der weiblichen Kultur, der im Patriarchat unterdrückt wird, und in ihrem grenzüberschreitenden Aufbegehren nähern sich diese Frauengestalten der Autorin selbst, die in Abwandlung eines Wortes von Karl Marx meinte, man müsse die Welt weiblich interpretieren, um sie menschlich verändern zu können."
  • Eva Kaufmann (1998) Morgner, Irmtraud. In: Ute Hechtfischer, Renate Hof, Inge Stephan, Flora Veit-Wild (Hrsg.) Metzler-Autorinnen-Lexikon. Metzler, Stuttgart. S. 367-369. Zitat:
    "Dieser Optimismus [in Trobadora geäußerte Hoffnung auf Ende des 'Scheißkriegs zwischen den Geschlechtern'] weicht im Hexen-Roman Amanda tiefer Skepsis, die auch durch die in jenen Jahren eskalierende Atomkriegsdrohung genährt wird. Himmel und Hölle der christlichen Mythologie und viele Fabelwesen der antiken Welt bevölkern den Roman, in dem Laura Salman um ihre Wiedervereinigung mit der vom Teufel abgespaltenen Hälfte Amanda kämpft. In diesem wie anderen Texten M.s ist das Bemühen sichtbar, in der Kulturgeschichte alles aufzusuchen, was Frauen in ihren täglichen Kämpfen um Selbstbehauptung nützen kann."
  • Sabine Doering (2001) Weibliche Faustgestalten. Einblicke Nr. 34, Herbst 2001 (online wiedergegeben auf Website der Uni Oldenburg, als PDF-Datei) (im letzten Drittel geht es um die ersten beiden Bücher der Salman-Trilogie)
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