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Naomi [Margaret] Mitchison (1897-1999), Schottland
Geboren in Edinburgh als Tochter J. S. Haldanes, eines berühmten und
brillanten Oxforder Biologen. Die Haldanes von Gleneagles waren ein der Oberklasse angehörender
schottischer Clan. Ein Onkel von Mitchison, Lord Haldane, war eine Zeitlang Lord Chancellor. Naomi
Haldanes älterer Bruder, J.B.S. Haldane, war ein berühmter Genetiker, der durch seine Essays
Science Fiction-AutorInnen stark beeinflußte und einen unvollendeten Science Fiction-Roman
hinterließ.
Mit 18 heiratete Naomi Haldane G. R. Mitchison, einen reichen, linksstehenden Rechtsanwalt, der 1945
Mitglied der Labour-Fraktion im Parlament und 1964 Pair auf Lebenszeit und Minister der Labour-Regierung
wurde. Naomi Mitchison war als Freidenkerin und radikale Feministin bekannt und führte mit G. R.
Mitchison eine offene Ehe. Naomi Mitchison bezeichnete eine traditionelle Ehe als "häusliche
Prostitution". Sie bekam fünf Kinder und war bekannt für ihre Gesellschaften im Stil des
neunzehnten Jahrhunderts, die von den unterschiedlichsten Gästen (Nobelpreisträger,
Kabinettsminister, Schriftsteller, Gewerkschafter, etc.) besucht wurden. Insbesondere zu Botswana
entwickelte Mitchison eine besondere Beziehung, nachdem sie bei einer ihrer Teegesellschaften den
zukünftigen Häuptling des dort ansässigen Bakgatla-Stammes kennenlernte.
Sie besuchte das Land mehrere Male und wurde 1963 zur Mutter der Bakgatla ernannt. Naomi Mitchison
gehörte 25 Jahre lang dem Argyllshire County Council und 18 Jahre dem Highland Advisory Panel an.
Außerdem beteiligte sie sich oft an Einzelaktionen für Flüchtlinge, Roma und Arbeitslose.
Insgesamt hat Naomi Mitchison mehr als 100 Bücher und mehr als 1000 Kurzgeschichten, Artikel,
u.ä. geschrieben. Sie verwendete in ihren Romanen oft Science Fiction- oder Fantasy-Elemente
für allegorische Zwecke. Mitchisons erster "richtiger" Science Fiction war der 1962 erschienene Roman
Memoiren einer Raumfahrerin. Daneben sind noch zwei weitere ihrer Romane der Science Fiction
zuzurechnen: Lösung Drei (1975) und Not by Bread Alone (1983).
Q: u.a. Rubinstein (1976/80), Nachruf in Locus 12.1.1999
Webseiten zu Naomi Mitchison:
Interviews, Artikel und Bücher zu Naomi Mitchison:
- Raymond A. Thompson (1989) Interview with Naomi Mitchison. Taliesin's Successors: Interviews with Authors of Modern Arthurian Literature. Teil von The Camelot Project at the University of Rochester (Arthurian Texts, Images, Bibliographies and Basic Information)
- Brief von John Galsworthy an Naomi Mitchison (sehr kurzer Auszug). Brandeis University Libraries John Galsworthy Letters, 1907-1970
- Lesley A. Hall (2007) Naomi Mitchison: A Profile of Her Life and Work. Conversation Pieces Vol. 15, Aqueduct Press
Romane:
Memoiren einer Raumfahrerin (1962)
Lösung drei (1975)
Erzählungen:
'Mary and Joe' (1962, 1970)
'Words' (1985)
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