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Barbara Neuwirth (1958- ), Österreich
Geboren in Eggenburg/Niederösterreich.
Lebt seit 1967 in Wien. Neuwirth studierte Geschichte und Ethnologie an
der Universität Wien und machte dann eine Ausbildung zur Diplomdokumentarin.
Neuwirth arbeitete viele Jahre (1985-1997) als Verlagslektorin für
den Wiener Frauenverlag (jetzt umbenannt in Milena Verlag) und gab für
diesen (sowie für den Wieser Verlag und bei Rowohlt) zahlreiche literarische
Anthologien, den wissenschaftlichen Band Frauen, die sich keine Kinder
wünschen sowie den literarischen Almanach zum zehnjährigen
Verlagsjubiläum heraus. 1996 war sie Writer-in-Residence am Oberlin
College in Ohio, USA. Neuwirth lebt jetzt als Schriftstellerin und Wissenschaftslektorin
in Wien, Salzburg und Mitter-Retzbach.
Arbeitsstipendien für Literatur der
Stadt Wien 1984 und des Bundesministeriums für Literatur der Stadt
Wien 1984 und des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst 1985
und 1988, Theodor-Körner-Förderungspreis 1986, Anerkennungspreis
des Landes Niederösterreich 1987. Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft
Österreichischer Autoren (Stand 1990).
Q: Farin (1990), Neuwirth (1998)
Webseiten von und zu Barbara Neuwirth:
Interviews mit und Artikel von Barbara Neuwirth:
- Klaus Farin (1990) Interview mit Barbara Neuwirth.
Science Fiction Media Nr. 75/1990, S. 11-18. Zitat:
"Farin: Was war das für eine politische
Arbeit?
Neuwirth: Ich arbeite seit sechs Jahren
im Wiener Frauenverlag als Lektorin, das ist der einzige feministische
Verlag Österreichs, wobei der Begriff feministisch bei uns nicht dogmatisch
gesehen wird. Wir sind vier Frauen, die gemeinsam arbeiten, und jede kommt
aus anderen Lebenszusammenhängen und ist eine eigene Persönlichkeit
und definiert den Begriff vielleicht für sich ein wenig anders als
die drei anderen. Aber es gibt einen Grundkonsens, daß wir die Welt
mit sehr wachen Augen beobachten und auf Punkte hinweisen wollen, die nicht
in Ordnung sind für Frauen.
Farin: Feministisch ist ja ein Begriff,
der ein schlechtes Image bekommen hat - selbst unter Frauen ...
Neuwirth: Ja, das haben sehr viele Begriffe
in letzter Zeit, ich weiß. Aber bloß, weil sehr viele ihn ablehnen,
sehe ich keinen Grund, dem zu folgen, weil er für mich sehr viele
positive Wert birgt, zu denen ich auch stehe. Feministisch zu sein ist
für mich einfach ein politischer Standpunkt.
Farin: Der sich auch darin niederschlägt,
daß in Ihren Erzählungen eher Frauen Trägerinnen der Handlung
sind?
Neuwirth: Ich würde sagen, das ist
einfach dadurch vorgegeben, daß es mir leichter fällt, mich
in eine Frau hineinzudenken, wobei die Frauen allerdings nicht unbedingt
die besseren Menschen sind. Die Geschichten beinhalten auch nichts Autobiographisches.
Es handelt sich um erfundene Geschichten, und man kann sagen, so sehr ich
jede einzelne Frau dieser Geschichten bin, so sehr bin ich auch jeder einzelne
Mann. Der Ausgangspunkt ist sicher nicht mein Leben. Ich bin die Schreibende
und alles, was sich in meinem Kopf abspielt, egal, ob ich das jetzt selbst
erlebt oder ob ich es gelesen oder gehört habe, all das zusammen ist
in viele Mosaikstückchen zersetzt, und die kommen zu einem neuen Muster
zusammen, das aber keine wirklichen Parallelen in meinem Leben findet.
Deshalb würde ich es nicht als autobiographisches Schreiben bezeichnen."
- Barbara Neuwirth (2001) mutter:maschinen. Gen- und Reproduktionstechnologien in Sciencefiction-Texten von Autorinnen. In: Karin Giselbrecht, Michaela Hafner (Hrsg.) Data | Body | Sex | Machine : Technoscience und Sciencefiction aus feministischer Sicht. Turia + Kant, Wien. S. 147-167.
(in gekürzter Form auf einer Website der Universität Wien verfügbar)
- Sabine Treude (2003) Erzählen als Entdeckung der Mischung. Zur poetologischen Konzeption und zu ausgewählten Texten von Barbara Neuwirth. In: Hildegard Kernmayer, Petra Ganglbauer (Hrsg.) Schreibweisen. Poetologie. Die Postmoderne in der österreichischen Literatur von Frauen. Milena Verlag, Wien. S. 402-416.
Erzählungen:
Dunkler Fluß des Lebens (1992) (Sammlung)
Anthologien:
Barbara Neuwirth (Hrsg.) Blaß sei mein Gesicht (1988)
El Awadalla, Helga Gartner, Barbara Neuwirth, Angelika Volst (Hrsg.) Female Science Faction (2001)
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