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Geschlechtertausch - Drei Geschichten über die Umwandlung der Verhältnisse

von Sarah Kirsch, Irmtraud Morgner, Christa Wolf

Erstveröffentlichung: 1980 (Sammlung Luchterhand 315, Luchterhand, Frankfurt am Main); Sprache: Deutsch (DDR)
Deutsche Ausgaben: vergriffene, aktuell keine

Kurzbeschreibung:

Inhalt:

Kategorien: Geschlechtswechsel (individuell und einmalig)

Kommentare, Besprechungen, u.ä.:

  • Zitat aus Emmerichs Nachwort:
    "Alle drei Geschichten werfen die Frage nach Geschlechterrollen und Rollenbewußtsein in der aktuellen DDR-Gesellschaft auf, lenken - aus der Erfahrung der Autorinnen als Frauen - die Wahrnehmung auf verfestigte, Frauen diskriminierende männliche Verhaltensweisen und Verkehrsformen und üben eine grundsätzliche Kritik an einer Definition der Frau über den Mann, an der permanenten Hinordnung auf ihn, wo nicht Unterordnung unter ihn. Das Problem der Emanzipation der Frau im Berufsleben, noch limitierter in der Produktionssphäre im engeren Sinn, spielt dabei keine große Rolle mehr; solche Emanzipation wird als gegeben vorausgesetzt. Es werden Bilder von der Befreiung der Frau zur Frau entworfen, die sich durch die Betonung des Anspruchs auf individuelles Glück und eine grundsätzliche Offenheit der Konzeption auszeichnen. Weder wird eine Gleichmacherei von Mann und Frau empfohlen, noch wird die bestehende Differenz zwischen den Geschlechtern polarisierend festgeschrieben oder eine strikte Entfernung der Frau vom Mann propagiert, damit sie unentfremdet ihre Identität erwerbe - wie so häufig in der westlichen Frauenliteratur. Vielmehr haben die Autorinnen den Mut, das, was künftig 'männlich' oder 'weiblich' sein kann, nicht zu fixieren, sondern diverse Möglichkeiten im Stadium des Probedenkens und Probehandelns zu belassen."
  • Armin Züger (1992) "Geschlechtertausch" - Frauenemanzipation in der DDR (Kapitel 5.1.2). In: Armin Züger: Männerbilder - Frauenbilder. Androgyne Utopie in der deutschen Gegenwartsliteratur. Peter Lang, Bern. S. 188-209. Zitat: "Die genannte Geschichtensammlung [Blitz aus heiterm Himmel, 1975 hrsg. von Edith Anderson, Hinstorff, Rostock] ist ein merkwürdiges Unternehmen, das sich bei genauer Betrachtung als bewusst veranstaltetes Lehrstück zum Thema der Beziehungen zwischen Mann und Frau und der Frauenemanzipation in der DDR (aber eigentlich nicht nur dort) herausstellt. Anfangs der siebziger Jahre forderte Hinstorff, ein kleiner, aber renommierter DDR-Verlag, Autorinnen und Autoren auf, Geschichten zum Thema Geschlechtertausch/Geschlechterverwandlung zu schreiben. Das Resultat dieser originellen Auftragsarbeit war ein Sammelband, der acht Texte enthielt, je vier von Frauen und Männern, darunter bekannte Namen wie Sarah Kirsch, die inzwischen in Westdeutschland lebt, Christa Wolf und Günter de Bruyn. Die von Irmtraud Morgner eingesandte Geschichte "Gute Botschaft der Valeska" wurde nicht aufgenommen, die Autorin hat sie später in ihren Roman "Leben und Abenteuer der Trobardora Beatriz" eingearbeitet. Der Luchterhand Verlag hat schliesslich 1980 die Texte der drei oben erwähnten Autorinnen unter dem Titel "Geschlechtertausch" herausgegeben."
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